Ist Minigolf anstrengend? Was dich körperlich erwartet

Ist Minigolf anstrengend? Was dich körperlich erwartet

Sarah Petra Schumacher

Minigolf gilt als entspannte Freizeitaktivität für alle. Aber stimmt das eigentlich? Wer zum ersten Mal eine Runde plant, mit den Großeltern, mit kleinen Kindern oder mit körperlichen Einschränkungen, stellt sich schnell die Frage: Wie anstrengend ist Minigolf wirklich?

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Dieser Artikel wurde von One Putt Minigolf verfasst.
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👉 In Kürze: Ist Minigolf anstrengend?

Nein, Minigolf ist körperlich wenig anstrengend. Eine Runde über 18 Bahnen dauert etwa 45 bis 90 Minuten, du gehst dabei nur wenige hundert Meter bis maximal 1 bis 2 Kilometer und verbrennst rund 100 bis 250 Kalorien. Das ist vergleichbar mit einem gemütlichen Spaziergang. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in Kraft oder Ausdauer, sondern in Konzentration, Präzision und Geduld. Genau deshalb ist Minigolf eine der wenigen Sportarten, die für fast alle Altersgruppen und auch mit körperlichen Einschränkungen gut spielbar ist. Ausrüstung findest du auf unserer Seite One Putt Minigolf.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Wie anstrengend ist Minigolf körperlich wirklich?

Um die Frage einzuordnen, hilft ein Blick auf die nüchternen Zahlen einer typischen Runde:

Belastungsfaktor Typischer Wert pro Runde (18 Bahnen)
Dauer 45 bis 90 Minuten
Gehstrecke ca. 0,5 bis 2 Kilometer (je nach Anlage)
Kalorienverbrauch ca. 100 bis 250 kcal
Bückbewegungen ca. 40 bis 70 (Ball einlegen und herausnehmen)
Schläge ca. 40 bis 70 (Freizeitniveau)
Puls und Kreislauf kaum erhöht, vergleichbar mit langsamem Gehen

Zum Vergleich: Beim großen Golf gehst du auf einer Runde über 18 Löcher 8 bis 12 Kilometer und bist 4 bis 5 Stunden unterwegs. Minigolf spielt sich dagegen auf kompakten Anlagen, bei denen die nächste Bahn meist nur wenige Schritte entfernt liegt. Die Bewegung besteht aus lockerem Gehen, ruhigem Stehen in der Putthaltung und regelmäßigem Bücken.

Die Bahnen stehen beim Minigolf meist direkt nebeneinander. Lange Strecken muss niemand laufen.

Kurz gesagt: Wer einen Stadtbummel oder einen Spaziergang im Park schafft, schafft auch eine Runde Minigolf. Den ausführlichen Vergleich der beiden Sportarten findest du in unserem Artikel "Minigolf vs. Golf: Was ist der Unterschied?".

 

2. Welche Muskeln und Gelenke beansprucht Minigolf?

Minigolf ist keine Kraftsportart, aber ganz ohne körperliche Beteiligung geht es natürlich nicht. Hier der ehrliche Blick auf die einzelnen Körperregionen:

Rücken und Lendenwirbelsäule
Die am stärksten beanspruchte Region, allerdings nicht durch den Schlag, sondern durch das Bücken. Pro Runde bückst du dich 40 bis 70 Mal, um den Ball einzulegen und wieder aus dem Loch zu holen, dazu kommt die leicht vorgebeugte Putthaltung. Für gesunde Menschen völlig unproblematisch. Wer akute Rückenbeschwerden hat, sollte aus den Knien statt aus dem Rücken bücken oder sich den Ball von Mitspielern reichen lassen. Auf manchen Anlagen gibt es sogar Ballaufheber, mit denen der Ball ohne Bücken aus dem Loch geholt wird. Im Zweifel einfach privat einen Ballaufheber bestellen und mit zum Platz nehmen.

Der Ballaufheber ist ein praktisches Zubehör für deinen Minigolfschläger und erleichtert das Aufnehmen des Balles deutlich. Einfach oben auf den Schlägergriff stecken und schon kannst du den Ball bequem aufnehmen – ganz ohne Bücken.

Handgelenke und Unterarme
Hier passiert die eigentliche Arbeit: Der Putt beim Minigolf lebt von dosierter Feinmotorik, nicht von Kraft. Die Belastung ist minimal, da der Schlag ohne Ausholen und ohne Wucht ausgeführt wird. Auch mit leichter Arthrose ist Minigolf in der Regel gut spielbar. Ein leichter Schläger hilft zusätzlich.

Schultern
Kaum beansprucht. Anders als beim Golf gibt es kein Ausholen über Kopf und keinen kraftvollen Schwung. Der Schläger pendelt ruhig aus den Armen.

Knie und Hüfte
Belastet nur durch das Gehen zwischen den Bahnen und gelegentliches Hinhocken beim Lesen der Bahn. Die Belastung entspricht einem normalen Spaziergang.

Und was wird gar nicht trainiert?
Ausdauer, Maximalkraft und der Kreislauf bekommen beim Minigolf praktisch keinen Trainingsreiz. Wer schwitzen will, muss joggen. Was Minigolf dafür nachweislich fördert: Feinmotorik, die Koordination von Auge und Hand, Gleichgewicht in der Putthaltung und Konzentrationsfähigkeit. Nicht umsonst wird Minigolf mancherorts sogar als Baustein in der Bewegungstherapie und Ergotherapie eingesetzt.

 

3. Minigolf mit Rollstuhl, Rollator oder Handicap: Geht das?

Ja, und zwar besser als bei fast jeder anderen Ballsportart. Minigolf wird im Stehen oder Sitzen gespielt, der Ball liegt ruhig am Boden, es braucht weder Schnelligkeit noch Sprünge noch Kraft. Genau deshalb gilt Minigolf als eine der zugänglichsten Sportarten überhaupt: Es kommt auf Geschicklichkeit, Konzentration und Koordination an, nicht auf körperliche Leistungsfähigkeit.

Mit dem Rollstuhl lässt sich vom Sitz aus putten, seitlich zur Bahn positioniert und oft mit einem kürzeren Schläger, weil der Abstand zum Ball geringer ist. Es gibt sogar organisierten Minigolfsport für Rollstuhlfahrer und Anlagen, die gezielt so geplant wurden, dass jeder Punkt der Bahn vom Rollstuhl aus erreichbar ist.

Mit dem Rollator ist Minigolf ebenfalls gut machbar: Der Rollator dient zwischen den Bahnen als Gehhilfe und an der Bahn als sichere Abstützung, viele Anlagen haben zudem Bänke für Pausen. Zum Putten stellt man sich neben den Rollator und stützt sich bei Bedarf mit einer Hand ab.

Der ehrliche Haken: Nicht die Sportart ist die Barriere, sondern die Anlage. Viele klassische Freiluftanlagen sind in Wiesen, Kies oder Schotter eingebettet, haben schmale Durchgänge oder Stufen zwischen den Bahnen. Andere Anlagen, vor allem neuere und solche in Hallen, sind komplett barrierefrei mit befestigten, breiten Wegen. Unser Tipp: vor dem Besuch kurz anrufen und nach befestigten Wegen fragen. Und: Beim Einlegen des Balls darf selbstverständlich ein Mitspieler helfen, das ist kein Regelverstoß.

 

4. Wie viele Kalorien verbrennt man beim Minigolf?

Eine Runde Minigolf über 45 bis 90 Minuten verbrennt je nach Körpergewicht und Spieltempo etwa 100 bis 250 Kalorien. Zur Orientierung:

Körpergewicht Kalorienverbrauch pro Runde (ca. 60 Min.)
50 kg ca. 100 bis 150 kcal
70 kg ca. 150 bis 200 kcal
90 kg ca. 200 bis 250 kcal

Das entspricht ungefähr einem Spaziergang Zum Vergleich: Beim großen Golf kommen durch die lange Gehstrecke auf einer vollen Runde schnell 1.000 bis 1.500 Kalorien zusammen.

Als Sport zum Abnehmen taugt Minigolf also nicht. Aber es bringt Menschen an die frische Luft und in Bewegung, die sonst vielleicht auf dem Sofa geblieben wären. Und eine Stunde lockere Bewegung ist immer besser als keine.

 

5. Die eigentliche Anstrengung: Konzentration und Präzision

Wer Minigolf nur an der körperlichen Belastung misst, unterschätzt die Sportart gewaltig. Die wahre Anstrengung findet im Kopf statt.

Jede Bahn verlangt eine eigene Lösung: den richtigen Anspielpunkt, die passende Schlagstärke, das Verständnis für Banden, Steigungen und Hindernisse. Auf Wettkampfniveau kommt die Ballwahl dazu: Vereinsspieler haben 10 bis 30 verschiedene Bälle mit unterschiedlichen Eigenschaften dabei und wählen für jede Bahn den passenden aus. Was das bedeutet, erklären wir in "Welche Minigolfbälle sind im Turnier zugelassen?".

Dazu kommt der mentale Druck der Wiederholung: Im Turnier spielst du dieselben 18 Bahnen über mehrere Runden und musst denselben präzisen Schlag wieder und wieder abrufen, auch wenn der Puls nach einem verpassten Ass hochgeht. Frustrationstoleranz, Fokus über mehrere Stunden und Nervenstärke sind die Muskeln, die beim Minigolf wirklich trainiert werden. Viele Spieler berichten, dass sie nach einem Turniertag mental erschöpfter sind als nach einer Einheit im Fitnessstudio.

Minigolf Putt Praezision

Beim Minigolf entscheiden Millimeter: Die eigentliche Anstrengung liegt in Präzision und Konzentration, nicht in der Muskelkraft.

 

6. Ist Minigolf überhaupt ein Sport?

Ja, ganz offiziell. Minigolf, im Wettkampfbereich meist Bahnengolf genannt, ist ein anerkannter Wettkampfsport mit eigenem Weltverband, der World Minigolf Sport Federation (WMF), und nationalen Verbänden wie dem Deutschen Minigolfsport Verband (DMV). Es gibt Ligen, Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften.

Logo der World Minigolf Sport Federation (WMF)

Dass ein Sport nicht schweißtreibend sein muss, um Sport zu sein, zeigen auch Schach, Darts oder Sportschießen: Entscheidend sind messbare Leistung, Wettkampfstrukturen und trainierbare Fähigkeiten, und die hat Minigolf alle. Wer selbst in den Vereinssport hineinschnuppern will, findet den Einstieg in unserem Artikel "Vom Hobby zum Verein".

 

7. Für wen ist Minigolf geeignet?

Kurz gesagt: für fast alle. Genau das macht Minigolf als Freizeitaktivität so besonders.

Kinder können mitspielen, sobald sie einen Schläger halten können. Viele Anlagen verleihen Kinderschläger, und Vereine nehmen Kinder oft ab etwa 6 Jahren auf.

Senioren profitieren von der geringen Belastung bei gleichzeitigem Training von Koordination, Gleichgewicht und Konzentration. Einzig das häufige Bücken sollte man bedenken. Lösungen dafür haben wir oben beschrieben.

Menschen mit körperlichen Einschränkungen finden im Minigolf eine der wenigen Sportarten, bei der alle wirklich gemeinsam spielen können: im Stehen, im Sitzen, mit Rollator oder Rollstuhl.

Familien und Gruppen schätzen, dass Oma, Enkel und alle dazwischen auf derselben Bahn gegeneinander antreten können. Bei kaum einer anderen Sportart ist das Leistungsgefälle zwischen den Generationen so klein.

Vorsicht ist nur bei akuten Rückenproblemen geboten (wegen des Bückens), und an heißen Sommertagen, denn viele Freiluftanlagen bieten wenig Schatten.

Minigolf ist sehr gruppen- und anfängerfreundlich – perfekt, wenn man mit einem heterogenen Freundeskreis oder der Familie etwas unternehmen möchte. Zudem gibt es in den meisten Städten auch Indoor-Minigolf, falls das Wetter einmal nicht mitspielt.

 

8. Tipps, damit die Runde entspannt bleibt

Auch wenn Minigolf nicht anstrengend ist: Mit ein paar einfachen Vorkehrungen wird die Runde noch angenehmer.

  • Bequeme Schuhe: Du stehst und gehst rund eine Stunde. Flache, bequeme Schuhe reichen völlig, Sportschuhe sind ideal.

  • Rückenschonend bücken: Aus den Knien statt aus dem Rücken, oder den Ball vom Mitspieler reichen lassen. Alternativ einen Ballaufheber kaufen. 

  • Sonne einplanen: Viele Anlagen liegen in der prallen Sonne. Kopfbedeckung, Sonnencreme und Wasser mitnehmen, im Hochsommer eher morgens oder abends spielen.

  • Pausen machen: Niemand zwingt dich, die Runde durchzuspielen. Die meisten Anlagen haben Bänke oder einen Kiosk.

  • Realistisch planen: Mit Kindern oder größeren Gruppen kann eine Runde auch 90 Minuten dauern, Wartezeiten an beliebten Bahnen inklusive.

  • Eigene Ausrüstung: Der größte Frustfaktor beim Minigolf sind nicht müde Beine, sondern unnötige Schläge. Ein passender Schläger in der richtigen Länge und ein Ball mit den richtigen Rolleigenschaften machen einen spürbaren Unterschied. Eine Auswahl findest du in unserem Schlägersortiment und im Ballsortiment.

 

👉 Fazit

Minigolf ist körperlich eine der sanftesten Sportarten überhaupt: eine Stunde lockere Bewegung, rund 100 bis 250 verbrannte Kalorien und eine Belastung auf dem Niveau eines Spaziergangs. Beansprucht werden vor allem Feinmotorik, Koordination und durch das häufige Bücken ein wenig der Rücken. Die eigentliche Anstrengung findet im Kopf statt: Präzision, Konzentration und Nervenstärke entscheiden über die Schlagzahl. Genau diese Kombination macht Minigolf zur idealen Aktivität für alle Generationen, vom Kindergartenkind bis zum Rollstuhlfahrer. Und wer die Runde ohne Frust genießen will, spielt mit der passenden Ausrüstung.

 

Häufige Fragen: Ist Minigolf anstrengend?

Wie lange dauert eine Runde Minigolf?
Eine Runde über 18 Bahnen dauert je nach Andrang und Gruppengröße etwa 45 bis 60 Minuten, mit Kindern oder größeren Gruppen auch bis zu 90 Minuten.

Kann man mit Minigolf abnehmen?
Kaum. Mit rund 100 bis 250 Kalorien pro Runde ist der Verbrauch zu gering für nennenswerte Effekte beim Abnehmen. Minigolf ist aber ein guter Anlass, überhaupt in Bewegung zu kommen.

Ist Minigolf anstrengend für Senioren?
Nein, die körperliche Belastung entspricht einem Spaziergang. Einzig das häufige Bücken beim Einlegen des Balls kann bei Rückenproblemen unangenehm sein. Hier helfen Mitspieler oder ein Ballaufheber.

Kann man Minigolf im Rollstuhl spielen?
Ja, geputtet wird dann vom Sitz aus, oft mit einem kürzeren Schläger. Wichtig ist eine barrierefreie Anlage mit befestigten Wegen. Am besten vor dem Besuch kurz nachfragen.

Welche Muskeln trainiert Minigolf?
Vor allem Feinmotorik in Händen und Unterarmen sowie Koordination und Gleichgewicht. Kraft und Ausdauer werden praktisch nicht trainiert, dafür Konzentration und Präzision umso mehr.

Ist Minigolf anstrengender als Golf?
Körperlich nein: Beim Golf gehst du 8 bis 12 Kilometer über 4 bis 5 Stunden, beim Minigolf nur wenige hundert Meter in einer Stunde. Mental können beide Sportarten auf Wettkampfniveau sehr fordernd sein.

 

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