Die wichtigsten Minigolfregeln erklärt

Die wichtigsten Minigolfregeln erklärt

Sarah Petra Schumacher

Planst du eine Runde Minigolf mit Freunden oder der Familie, oder spielst du bald dein erstes Minigolf-Turnier, aber fragst dich jetzt: Wie sind eigentlich die Regeln beim Minigolf? Hier findest du einen umfassenden Regel-Guide für Einsteiger und ambitionierte Turnierspieler.

 

Dieser Artikel wurde von One Putt Minigolf geschrieben.
- Der Minigolf Ausstatter für Profis und Anfänger -


Zusammengefasst: Welche Regeln muss man beim Minigolf beachten?

  1. Auf jeder Bahn gilt es, den Ball vom Abschlag aus mit so wenigen Schlägen wie möglich ins Ziel zu spielen.
  2. Jeder Schlag zählt einen Punkt. Pro Bahn hast du maximal 6 Versuche. Gelingt es dir in dieser Zeit nicht, den Ball einzulochen, werden automatisch 7 Punkte gewertet und du spielst an der nächsten Bahn weiter. 
  3. Wenn mit einem Ball an einer Bahn begonnen wird, muss mit diesem zu Ende gespielt werden, bis der Ball im Ziel ist oder die maximale Anzahl von 6 Versuchen erreicht ist. An der nächsten Bahn darf wieder mit einem anderen Ball angefangen werden. 
  4. Der erste Schlag wird immer innerhalb des Abschlagfelds getätigt. Im Abschlagsfeld darf der Ball beliebig abgelegt werden. 
  5. Beim Schlagen darf der Schlägerkopf den Ball nur kurz berühren und weder geschoben noch gelupft werden. 
  6. Der Ball darf, während er im Spielfeld der Bahn rollt, nicht aufgehalten werden, sondern muss ausgerollt werden lassen. 
  7. Der Ball wird so lange vom Abschlag gespielt, bis er das Hindernis oder die rote Linie ordnungsgemäß überwunden hat. 
  8. Wenn der Ball das Hindernis oder die rote Linie überwunden hat, wird von der Stelle weitergespielt, an der der Ball liegen geblieben ist. 
  9. Kann der Ball nicht richtig gespielt werden, weil er an der Bande oder einem Hindernis liegt, darf der Ball rechtwinklig um 20 bis 30 cm ins Feld oder auf die Ablegemarkierung verlegt werden (entspricht ungefähr einer Schlägerkopflänge). 
  10. Springt der Ball nach dem Überwinden eines Hindernisses aus der Bahn, wird er an der Stelle wieder ins Spiel gebracht, an der er sie verlassen hat.
  11. Die Bahnen werden der Reihenfolge ihrer Nummerierung entsprechend gespielt.
  12. Sonderregel für Miniaturgolfanlagen: Bahnen dürfen nicht betreten werden. 

Im Minigolf geht es um die Anzahl der Schläge.
Wer die wenigsten Schläge hat, gewinnt.

Internationale Minigolf Wettkampfregeln ausführlich erklärt:

Mit den oben genannten Spielregeln machst du alles richtig, wenn du auf der Minigolfanlage bist. Wenn du Minigolf noch tiefer verstehen und vielleicht sogar bei Turnieren mitspielen willst, dann haben wir dir hier eine Übersicht über die internationalen Wettkampfregeln zusammengefasst. Diese basieren auf den oben genannten Minigolfregeln, sorgen jedoch zusätzlich für maximale Fairness, Vergleichbarkeit und Präzision.

Was sind die Grundregeln des Minigolfs? 

Im Kern bleibt alles gleich, egal ob Freizeit oder Turnier. Ziel ist es, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen vom Abschlag ins Ziel zu spielen. Jeder Schlag zählt als Punkt. Pro Bahn gibt es maximal 6 Schlagversuche. Schaffst du es nicht innerhalb von 6 Schlägen, wird automatisch ein zusätzlicher Punkt vergeben, also insgesamt 7. Das heißt, die maximale Punktzahl pro Bahn ist 7, allerdings hast du pro Bahn jeweils nur 6 Schlagversuche. 

Das Betreten der Bahnen ist nich tugelassen, solange sich der Ball auf der Bahn befindet. Miniaturgolfbahnen dürfen grundsätzlich nicht betreten werden, da sie dadurch leicht beschädigt werden können. Andere Arten von Bahnen dürfen zum Spielen betreten werden mit Respekt gegenüber der Anlage und dem Spiel.

Welche Vorgaben gibt es zur Ball- und Schlägerwahl?

Bevor du im Turnier eine Bahn spielst, musst du dich entscheiden, mit welchem Ball du spielen willst. Einmal mit einem Ball an einer Bahn angefangen, musst du ihn zu Ende spielen. Es gibt zwei Ausnahmen, unter denen ein angefangener Ball gewechselt werden kann. Zum einen, wenn der Ball währenddessen beschädigt wurde und nicht mehr spielbar ist. Das ist selten der Fall, kann jedoch vorkommen, besonders wenn mit Glassteinbällen gespielt wird. Zum anderen kann es vorkommen, dass ein Ball beim Spielen die Bahn verlässt und nicht wiedergefunden wird, was besonders auf Betonbahn 7 vorkommen kann. Wird der Ball nach 5 Minuten nicht wiedergefunden, kann auch hier ein anderer Ball zum Weiterspielen verwendet werden. Wichtig zu wissen ist, dass in beiden Fällen beim Wechseln des Balls ein Strafpunkt notiert wird. Weitergespielt wird mit dem neuen Ball von dort, wo der alte Ball zuletzt lag oder die Bahn verlassen hat. Sollte mit dem alten Ball das Hindernis oder die rote Linie noch nicht überwunden worden sein, wird natürlich wieder vom Abschlagsfeld gespielt. 

Im Gegensatz zum Ball kann der Schläger jederzeit gewechselt werden. Allerdings ist das für Minigolf eher untypisch, da meist mit einem Schläger gespielt wird. Auch hier ist Betonbahn 7 die häufigste Ausnahme, da der Ball über eine längere Distanz geschlagen wird und deshalb meist sogenannte Weitschläger für diese Bahn verwendet werden, die eine größere Schlagfläche haben, mit der der Ball auf lange Distanz einfacher geschlagen werden kann. 

Bälle dürfen außerdem im Voraus durch Temperatureinflüsse und die Oberflächenbeschaffenheit präpariert werden. 

Wenn mit einem Ball die Bahn begonnen wird,

muss sie mit dem Ball zu Ende gespielt werden. 

Was ist beim Schlagen des Minigolfballs erlaubt und was nicht? 

Ein gültiger Schlag hat klare Voraussetzungen: 

  • Der Ball darf nur mit dem Schläger gespielt werden und darf dabei weder geschoben noch gelupft werden. 
  • Der Schläger muss mit beiden Händen festgehalten werden (außer bei körperlichen Einschränkungen)
  • Eine klare Schlagposition muss eingenommen werden 
  • Der Ball darf nicht im Rollen gespielt werden, sondern muss still liegen. 

Ein Schlag zählt, sobald der Ball bewusst mit dem Schläger in Bewegung gesetzt wird. Deine Schlagbereitschaft beginnt, sobald du deine Schlagposition eingenommen hast und den Schläger bewusst vom Ball wegbewegst, um auszuholen. Das bedeutet, dass ab diesem Moment jede Bewegung als Teil des Schlags gewertet wird. Wenn ein Ball versehentlich berührt wird, ohne Schlagabsicht, wird kein Schlag gezählt und der Ball wird einfach wieder zurückgelegt, wo er davor lag. Dies sollte aber nicht häufig vorkommen und geschieht hauptsächlich aus Unachtsamkeit. 

Darf ich den Ball während des Spiels beeinflussen? 

Generell ist es nicht erlaubt, Einfluss auf den Ball zu nehmen, wenn dieser ins Rollen gebracht wurde, weder von einem selbst noch von anderen. Das bedeutet: kein Stoppen, Umlenken oder Eingreifen. Falls doch etwas passiert, etwa aufgrund äußerer Umstände wie starkem Wind oder wenn ein Ast oder ein Blatt in die Ballspur fliegt, entscheidet das Schiedsgericht über eine Wiederholung. Falls ihr einfach so auf der Minigolfanlage seid, ohne ein Turnier zu spielen, findet ihr untereinander bestimmt auch eine Lösung. Eine Wiederholung wird nicht akzeptiert, wenn die Bahn bereits im Voraus mit Blättern oder anderen Dingen belegt ist. Es ist die Verantwortung von jedem selbst zu schauen, dass die Bahn spielbar ist, bevor geschlagen wird. Es gilt die Regel: Für die Sauberkeit der Bahn ist jeder Spieler selbst verantwortlich. 

Von wo wird nach dem ersten Schlag weitergespielt?

Der erste Schlag wird immer aus dem Abschlagsfeld ausgeführt. Der Ball darf innerhalb des Abschlagfelds beliebig abgelegt werden. Ein Ball gilt als im Spiel, sobald er vom Abschlag aus korrekt gespielt wurde und sich auf der Bahn in Richtung Ziel bewegt. Dabei müssen die Hindernisse auf dem vorgeschriebenen Weg überwunden werden. Ein Hindernis ist überwunden, wenn der Ball die Grenzlinie (rote Linie) mit seinem Auflagepunkt berührt oder bereits berührt hat. Die Bahn ist beendet, sobald sich der Ball im Ziel befindet oder wenn er sich nach maximal 6 Schlägen noch nicht im Ziel befindet. 

Ist der Ball nach dem ersten Schlag nicht im Ziel, gibt es verschiedene Szenarien, von denen aus der Ball weitergespielt wird. Hierbei spielt es eine Rolle, ob der Ball das Hindernis, bzw. die rote Line bereits überwunden hat. 


Sobald der Ball das Hindernis oder die rote Linie überquert,
wird von dort aus weitergespielt, wenn der Ball liegen bleibt.

Hier haben wir die verschiedenen Szenarien für sich zusammengefasst, wie nach dem ersten Schlag weiterzuspielen ist: 

 Szenario  So wird weitergespielt: 
1) Der Ball hat das Hindernis oder die rote Linie bereits überquert und bleibt spielbar auf der Bahn liegen. Es wird von dort aus weitergespielt, wo der Ball liegen geblieben ist. 
2) Der Ball hat das Hindernis oder die rote Linie überwunden, liegt jedoch direkt an der Bande oder am Hindernis, sodass er nicht gut spielbar ist. Der Ball darf rechtwinklig auf die Ablegemarkierung verlegt werden. Die Ablegemarkierung ist ca. 20 cm von der Bande und ca. 30 cm vom Hindernis entfernt aufgezeichnet. Falls es keine Markierung gibt, kannst du dich daran orientieren, den Ball ca. eine Schlägerkopflänge von der Bande oder zwei vom Hindernis wegzulegen. 
3) Der Ball hat das Hindernis oder die rote Linie überwunden, rollt aber wieder über die Linie oder das Hindernis zurück. Das Hindernis gilt als überwunden, und du darfst den Ball dorthin zurücklegen, wo er über die rote Linie oder durch das Hindernis zurückgerollt ist. Auch hier gilt wieder die Ablage 20 cm von der Bande und 30 cm vom Hindernis entfernt, wie in Szenario 2. 
4) Der Ball verlässt die Bahn, nachdem er das Hindernis oder die rote Linie überwunden hat. Der Ball wird dort eingesetzt, wo er die Bahn verlassen hat. Auch hier gilt wieder die Ablage 20 cm von der Bande und 30 cm vom Hindernis entfernt, wie in Szenario 2. Es gibt keinen Strafschlag, wenn der Ball die Bahn verlässt. 
5) Der Ball ist nach dem Schlag nicht im Ziel und hat weder das Hindernis noch die rote Linie überwunden. Der Ball wird wieder aus dem Abschlagsfeld gespielt.
6) Der Ball wurde geschlagen und verließ die Bahn, bevor das Hindernis oder die rote Linie überwunden wurde. Der Ball wird wieder aus dem Abschlagsfeld gespielt. Es gibt keinen Strafschlag, wenn der Ball die Bahn verlässt. 

 

Sollte der Ball während des Spiels Dreck aufgenommen haben, darfst du ihn, nachdem er zum Stehen gekommen ist, aufheben und reinigen. Hierfür musst du allerdings die Ablage des Balls, beispielsweise mit dem Schläger, markieren, damit du ihn wieder an der richtigen Stelle einsetzen kannst. 

 

  Quick Take: Sobald der Ball mit deinem Schlag das Hindernis oder die rote Linie überwunden hat, wird von dort aus weitergespielt, wo der Ball liegen bleibt oder die Bahn verlassen hat. Mit Beachtung der Regelung, wonach der Ball 20 bis 30 cm von der Bande und vom Hindernis entfernt abgelegt werden darf. Wurde das Ziel nicht erreicht und der Ball hat das Hindernis oder die rote Linie nicht überwunden, wird der nächste Schlag vom Abschlagfeld getätigt. 

 

Wie funktionieren der Ablauf und die Spielreihenfolge? 

Turnierabläufe, Vorgaben und Strukturen werden in den Ausschreibungen der Veranstalter festgelegt. Hierbei gibt es Unterschiede bei den Turnierformen. Generell gilt jedoch, dass die Bahnen immer in der vorgegebenen Reihenfolge und in den Turniergruppen gespielt werden. Jeder Spieler hat 60 Sekunden Zeit für einen Schlag. Die Zeit läuft, sobald der Vorspieler mit der Bahn fertig ist. Eine Ausnahme gibt es für den ersten Spieler in der Gruppe, dieser hat 90 Sekunden Zeit, um sicherzustellen, dass die Bahn sauber und spielbar ist. 

Es gilt, in den Spielpaarungen gegenseitigen Respekt und Fairness zu zeigen. Das Ergebnis wird sich immer von den Mitspielern gegenseitig aufschreiben, damit es nicht selbst manipuliert werden kann.  Regelverstöße werden im Wettkampf durch Schiedrichter vor Ort konsequent gehandhabt, mit Verwarnungen, Strafpunkten und im Extremfall mit Disqualifikation. 

Fazit: Welche Regeln muss man beim Minigolf beachten?

Im Kern bleibt das Spielprinzip beim Minigolf einfach: Mit möglichst wenigen Schlägen den Ball ins Ziel bringen, wobei maximal sechs Versuche pro Bahn erlaubt sind (ansonsten werden sieben Punkte gewertet).

Besonders deutlich wird, dass es neben den Grundregeln zahlreiche Detailvorgaben gibt, die für Fairness und einen reibungslosen Ablauf sorgen. Dazu zählen etwa das korrekte Spielen vom Abschlag, der Umgang mit Hindernissen, das Verhalten bei Ausbällen sowie klare Vorschriften zum Schlag selbst (kein Schieben oder Beeinflussen des Balls).

Für Turnierspieler gelten zusätzlich strengere Regelungen, etwa zur Ballwahl, zur Spielzeit und zum Verhalten auf der Anlage. Diese sorgen für Vergleichbarkeit und Professionalität im Wettkampf.

Insgesamt zeigt der Artikel: Minigolf ist leicht zugänglich, hat aber mehr Tiefe als man zunächst denkt. Wer die grundlegenden Regeln kennt, kann sofort losspielen und wer sich intensiver damit beschäftigt, findet ein präzises und durchaus anspruchsvolles Regelwerk für den Wettbewerb. 

 

 

Dieser Artikel wurde von One Putt Minigolf geschrieben.
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