Was ist der Unterschied zwischen Minigolf und Golf?

Was ist der Unterschied zwischen Minigolf und Golf?

Sarah Petra Schumacher

Golf und Minigolf teilen einen Namen und die Grundidee: einen Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch bringen. Wer beide Sportarten kennt, weiß aber: Damit hören die Gemeinsamkeiten schnell auf. Andere Bälle, andere Schläger, andere Bahnen, andere Regeln, andere Kosten.

In diesem Artikel bekommst du einen klaren, sachlichen Vergleich der beiden Sportarten. Damit du weißt, was sie eint, was sie trennt, und welche für dich die richtige ist.

 

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Dieser Artikel wurde von One Putt Minigolf verfasst.
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👉 In Kürze: Was ist der Unterschied zwischen Minigolf und Golf?

Golf und Minigolf teilen dieselbe Grundidee, sind aber sehr unterschiedliche Sportarten. Golf wird auf großen Naturkursen von 5 bis 7 Kilometern Länge mit bis zu 14 verschiedenen Schlägern gespielt. Minigolf findet auf kompakten Anlagen mit standardisierten Bahnen unter 20 Metern statt und braucht nur einen einzigen Putter, dafür aber verschiedene Bälle mit unterschiedlichen Eigenschaften. Golf betont Kraft, Weite und Schlagvarianten, Minigolf hingegen Präzision, Bahnverständnis und die richtige Ballwahl. Professionelle Ausrüstung für Minigolf findest du auf unserer Seite One Putt Minigolf

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Der gemeinsame Ursprung

Golf ist der klare Vorgänger. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1457, als das schottische Parlament unter König James II. das Spiel verbot, weil es die Bevölkerung vom Bogenschießen ablenkte. Erst 1502 wurde das Verbot wieder aufgehoben. Das moderne Golf mit 18 Löchern, festen Regeln und dem Old Course in St. Andrews entwickelte sich über die folgenden Jahrhunderte.

Minigolf entstand deutlich später, aber ebenfalls mit klarem Bezug zum großen Golf. Der Schweizer Gartenarchitekt Paul Bongni erfand 1953 das erste standardisierte Minigolf-System mit 12 m langen Betonbahnen. 1956 folgte der Hamburger Geschäftsmann Albert-Rolf Pless mit dem System Miniaturgolf und den 6,25 m langen Eternit-Bahnen. Beide Systeme sollten Golf für die Stadt und für alle zugänglich machen.

Golf und Minigolf teilen eine Grundidee: einen Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch bringen. Der Weg dorthin unterscheidet sich jedoch in den beiden Sportarten.

Wichtig zu verstehen: Minigolf ist keine "Kinderversion" von Golf, sondern eine eigenständige Sportart mit eigenen Regeln, eigenen Verbänden und eigenen Weltmeisterschaften.

 

2. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Bevor wir in die Details gehen, hier eine kompakte Übersicht:

Kriterium Golf Minigolf
Spielfläche Naturkurs, 5-7 km, 60-80 Hektar Kompakte Anlage, meist unter 1.000 m²
Bahnen 18 Löcher, jedes unterschiedlich 18 Bahnen, systemabhängig genormt
Bahnlänge 100 bis 500+ Meter 6 bis 18 Meter
Ball-Durchmesser min. 42,67 mm 37 bis 43 mm
Ball-Gewicht max. 45,93 g unter 120 g
Anzahl Bälle pro Runde meist ein Ball mein ein anderen Bahn für jede Bahn mit unterschiedlichen Rolleigenschaften
Schläger bis zu 14 verschiedene ein einziger Putter (Außnahme: Bahn 7 auf Beton)
Schlagweite bis knapp 300 m max. 18 m
Wertung Par-System absolute Schlagzahl, max. 7 pro Bahn
Einstieg Platzreife nötig sofort zugänglich

 

3. Die Spielfläche

Der augenfälligste Unterschied liegt in der Größe der Spielfläche. Ein Golfkurs mit 18 Löchern erstreckt sich meist über 5 bis 7 Kilometer und braucht 60 bis 80 Hektar Fläche. Die Bahnen selbst (im Golf "Löcher" genannt) sind zwischen 100 und über 500 Meter lang und werden durch Naturhindernisse wie Wasser, Bunker (Sandhindernisse), Bäume und hohes Gras (Rough) geprägt.

Sandflächen (genannt Bunker) sind ein beliebtes Hindernis auf Golfplätzen

Eine Minigolf-Anlage passt auf einen Bruchteil dieser Fläche. Je nach System sind die Bahnen zwischen 2 und 18 Metern lang. Die Oberfläche ist standardisiert und künstlich: Beton, Eternit (Faserzement), Filz oder Kunstrasen. Welche Systeme es genau gibt, erfährst du in unserem Überblick "Welche Varianten von Minigolf gibt es?".

Eine typische Minigolfbahn aus Eternit, diese befindet sich in Malmö, Schweden. 

Golf braucht damit Naturbezug, Bewegung und weite Wege. Minigolf ist kompakt, urban und in wenigen Minuten von einer Bahn zur nächsten.

 

4. Die Bälle

Der Golfball ist stark reguliert: mindestens 42,67 mm Durchmesser, maximal 45,93 g Gewicht, mit charakteristischen Dimples (kleinen Dellen) für die Flugstabilität. Diese Werte sind seit 1921 fast unverändert und gelten weltweit einheitlich.

Golfbälle haben eine einheitliche Größe, sind meist weiß und gut erkennbar an den charakteristischen Dellen.

Minigolfbälle bieten deutlich mehr Spielraum: 37 bis 43 mm Durchmesser, unter 120 g Gewicht. Innerhalb dieser Spanne gibt es unzählige Varianten in Härte, Sprunghöhe und Oberfläche. Der entscheidende Unterschied zum Golf: Beim Golf spielst du die ganze Runde mit einem Ball, beim Minigolf oft mit einem anderen Ball pro Bahn.

Der Grund liegt in der Bahnvielfalt: Wer eine Sprungschanze spielt, braucht einen anderen Ball als für eine gerade Rollbahn. Vereinsspieler haben deshalb meist 10 bis 30 verschiedene Bälle in der Tasche, abgestimmt auf Bahn und Witterung. Profis haben teilweise bis zu tausend verschiedene Bälle. Eine filterbare Auswahl WMF-lizenzierter Bälle findest du in unserem Ball-Sortiment. Mehr zur Lizenzierung erfährst du in "Welche Minigolfbälle sind im Turnier zugelassen?".

Minigolfbälle gibt es in unzähligen Varianten und die Spieler können frei wählen, welcher Ball gespielt werden soll. Dies ist ein zentrales strategisches Element beim Minigolf, und professionelle Spieler haben eine große Auswahl an Bällen.

 

5. Die Schläger

Ein Golfer trägt bis zu 14 verschiedene Schläger im Bag: Driver für den Abschlag, Fairway-Hölzer für lange Schläge, Eisen für mittlere Distanzen, Wedges für den Rough und Bunker, und einen Putter für das Grün. Jeder Schläger hat eine spezifische Aufgabe.

Die Golftasche gibt es in verschiedenen Ausführungen und trägt bis zu 14 Schläger, die für unterschiedliche Schlagsituationen benötigt werden.

Beim Minigolf brauchst du nur einen einzigen Schläger, der grundsätzlich einem Golf-Putter ähnelt, aber ein Schlaggummi hat. Dieses Gummi (bis zu 2 cm dick) gleicht die unterschiedlichen Balleigenschaften aus und ermöglicht kontrollierte Schläge über die kurzen Distanzen. Eine Auswahl findest du in unserem Schläger-Sortiment.

Ein klassischer Minigolf-Putter mit charakteristischem Schlaggummi

Ausnahme: Auf der Weitschlag-Bahn im System Beton (Bahn 7) verwenden manche Vereinsspieler einen zweiten Schläger mit anderer Charakteristik. Das ist aber die absolute Ausnahme.

 

6. Der Schlag

Golf kennt viele verschiedene Schlagarten: den Abschlag mit dem Driver (bis knapp 300 m weit), den Fairway-Schlag, den Chip aus dem kurzen Gras, den Bunker-Schlag aus dem Sand und den Putt auf dem Grün. Jeder Schlagart braucht eigene Technik, Kraft und Übung.

Der Driver-Schlag: kraftvoll, laut und für Weiten bis knapp 300 Meter ausgelegt.

Minigolf beschränkt sich fast ausschließlich auf Putts. Aber diese Putts haben es in sich: Sie müssen präzise sein, mit exakt der richtigen Schlagstärke, oft mit Berücksichtigung von Banden, Steigungen und Hindernissen. Wo Golf über weite Distanzen entscheidet, entscheidet Minigolf über Millimeter.

Der Minigolf-Putt ist dem Golf-Putt auf dem Green ähnlich, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Der Minigolf-Putter hat ein Schlaggummi, der Golf-Putter nicht.

Ein anderer Unterschied: Golfschläge sind einmalig, jeder Schlag steht für sich. Beim Minigolf hingegen wiederholst du dieselbe Bahn oft in mehreren Runden pro Turnier, dieselben Hindernisse, dieselben Winkel. Die Herausforderung liegt in der Wiederholbarkeit auf höchstem Niveau.

 

7. Ergebnisermittlung und Wettkampf

In beiden Sportarten gewinnt, wer am Ende die niedrigste Schlagzahl hat. Aber das Wertungssystem ist unterschiedlich.

Golf nutzt das Par-System: Jede Bahn hat eine vorgegebene Idealschlagzahl (meist Par 3, 4 oder 5), an der sich das Ergebnis orientiert. Ein "Birdie" ist ein Schlag unter Par, ein "Bogey" einer über Par. Das Handicap-System ermöglicht faire Vergleiche zwischen unterschiedlich starken Spielern.

Minigolf kennt kein Par, dafür ein absolutes Höchstlimit von 7 Schlägen pro Bahn. Wer nach 6 Schlägen das Ziel nicht erreicht, bekommt 7 Punkte notiert. Die Wertung ist die absolute Schlagzahl. Auf 18 Bahnen wäre eine perfekte Runde 18 Schläge, also ein Ass auf jeder Bahn. Mehr zu den Regeln findest du in "Die wichtigsten Minigolf-Regeln erklärt".

Beide Sportarten haben ihre Weltverbände und Weltmeisterschaften: Golf durch die R&A und die USGA, Minigolf durch die World Minigolf Sport Federation (WMF).

 

8. Kosten und Zugang

Golf ist mit deutlich höheren Einstiegshürden verbunden. Um auf den meisten Plätzen spielen zu dürfen, brauchst du die Platzreife, eine Art Führerschein für den Golfplatz. Eine Green Fee (Eintritt für eine Runde) kostet je nach Platz oft zwischen 40 und 100 Euro. Die Grundausrüstung mit Schlägerset, Tasche und Zubehör liegt schnell im vierstelligen Bereich.

Minigolf ist deutlich zugänglicher: Eine Runde auf einer öffentlichen Anlage kostet meist zwischen 5 und 10 Euro. Es gibt keine Platzreife und keine Aufnahmebedingungen. Ein Einsteiger-Set mit Schläger und Bällen bekommst du ab etwa 100 Euro. Wer im Verein spielen möchte, findet in "Vom Hobby zum Verein" die passenden Infos.

 

9. Ist Minigolf einfacher als Golf?

Die ehrliche Antwort: nein, nur anders. Beide Sportarten sind auf Profi-Niveau extrem anspruchsvoll, aber sie fordern unterschiedliche Fähigkeiten.

Golf braucht Kraft für den Abschlag, Technik für verschiedene Schlagarten, Ausdauer für lange Runden über mehrere Stunden und ein gutes Auge für Distanzen von 100 Metern und mehr.

Minigolf braucht höchste Präzision, ein tiefes Verständnis der Bahnen, Materialwissen über verschiedene Bälle und die Fähigkeit, denselben Schlag hunderte Male zu wiederholen.

Was beide gemeinsam haben: Der Einstieg ist einfach, das Meistern dauert ein Leben lang.

 

👉 Fazit

Golf und Minigolf teilen die Grundidee und ihren Namen, sind aber unterschiedliche Sportarten mit eigenem Charakter. Golf ist der weite, kraftbetonte Klassiker auf großen Naturkursen. Minigolf ist der kompakte, präzisionsbasierte Sport auf standardisierten Bahnen. Beide haben ihre Weltverbände, ihre Weltmeisterschaften und ihre eigene Community. Welche für dich passt, hängt weniger von Talent ab als von Vorlieben: Wer weite Wege, Kraftschläge und Naturbezug sucht, wählt Golf. Wer Präzision, kurze Runden und niedrigen Einstieg mag, wählt Minigolf. 

 

Häufige Fragen: Minigolf vs. Golf

Ist Minigolf ein olympischer Sport?
Nein. Golf ist seit 2016 wieder olympisch, Minigolf noch nicht. Die World Minigolf Sport Federation arbeitet aber seit Jahren an einer olympischen Anerkennung und gehört bereits zu AIMS (Alliance of Independent Recognized Members of Sport). 

Kann ich mit einem Minigolfschläger auch Golf spielen?
Nur bedingt. Ein Minigolfschläger ähnelt einem Golf-Putter, hat aber ein Schlaggummi. Für das Putten auf dem Grün könntest du ihn theoretisch einsetzen, für Abschläge oder weite Schläge ist er nicht geeignet.

Welcher Sport ist älter?
Golf. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1457. Minigolf entstand deutlich später, mit den ersten standardisierten Systemen ab 1953 (Beton) und 1956 (Miniaturgolf).

Ist Minigolf günstiger als Golf?
Deutlich. Eine Runde Minigolf kostet meist 5 bis 15 Euro, eine Runde Golf oft 40 bis 100 Euro. Auch die Ausrüstung ist beim Minigolf günstiger: Ein Einsteiger-Set gibt es ab etwa 100 Euro, während beim Golf schnell vierstellige Beträge zusammenkommen.

Kann ich als Golfer direkt gut Minigolf spielen?
Etwas besser als ein kompletter Anfänger, aber kein Selbstläufer. Golfer bringen ein gutes Ballgefühl mit, unterschätzen aber oft die Präzisionsanforderungen und die Rolle des richtigen Balls. Umgekehrt gilt dasselbe: Minigolfer haben beim Putten Vorteile, tun sich aber oft schwer mit den weiten Schlägen.

Ab welchem Alter kann man Minigolf spielen?
Praktisch ab jedem Alter, bei dem ein Kind einen Schläger halten kann. Viele Minigolfvereine haben Kinder- und Jugendgruppen ab 6 Jahren. Golf ist mit der nötigen Platzreife und den langen Runden eher ab dem Jugendalter praktikabel.

 

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